23.04.20

Fundraisingpreis

Landeskirche zeichnet Evangelische Kirchengemeinde Baltmannsweiler fürs „Kleingeldfasten“ aus.

© M. Haan

© M. Haan

Pfarrer Dörrfuß auf der Waage

„Kleingeldfasten oder sieben Wochen ohne Kleingeld“ – dazu rief die Evangelische Kirchengemeinde Baltmannsweiler 2018 in der Fastenzeit auf. Mit dieser kreativen Aktion gewann die inzwischen zur Verbundkirchengemeinde Baltmannsweiler und Hohengehren zusammengeschlossene Gemeinde nun den ersten Platz beim Fundraisingpreis 2020 der Evangelischen Landkirche in Württemberg in der Kategorie „Einzelmaßnahme“.

Sieben Wochen lang sollten die Bürger ihr Kleingeld immer wieder aus dem Geldbeutel aussortieren und sammeln, um es dann der Kirchengemeinde zu spenden. Der Erlös war für die Renovierung des Kirchturms der Aegidiuskirche bestimmt. Ziel war es, dass so viele Münzen zusammenkommen, um Pfarrer Jonathan Dörrfuß aufzuwiegen. Alternativ konnten auch „Steine für Scheine“ erworben werden.

1655 Euro Münzgeld sowie einige Dutzend „Steine für Scheine“ – insgesamt 2069,55  Euro –  wurden schließlich in die Waagschale der Balkenwaage gelegt, auf deren anderem Ende der Pfarrer stand. Das Preisgeld von 1200 Euro kommt ebenso der Kirchenrenovierung zu Gute. Der Preis zeige nicht nur, wie man mit etwas Fantasie Spenden sammeln könne, sondern motiviere die Kirchengemeinde auch, dranzubleiben. Gerade weil durch die Corona-Epidemie das Fundraising derzeit zum Erliegen gekommen sei, so Pfarrer Dörrfuß. Einige bereits geplante Aktionen mussten deshalb ausfallen.

Inzwischen hat man jedoch das Spendenziel von 65 000 Euro erreicht. Der aktuelle Spendenstand beträgt 66.016,49 Euro. „Das ist wirklich super. Ich freue mich sehr über die Unterstützung durch die vielen Spenderinnen und Spender“, sagt Pfarrer Dörrfuß. Dennoch wird weiter Geld gesammelt. „Jede weitere Spende hilft, denn bei so einem alten Gebäude können leicht ungeplante Mehrkosten auftreten und nach der Sanierung des Kirchturms steht als zweiter Bauabschnitt die Sanierung des Dachstuhls über dem Kirchenschiff an“, erklärt Dörrfuß. Die Kirchengemeinde muss für die rund 340 000 Euro teure Turmsanierung etwa 118 000 Euro aus eigener Tasche aufbringen.

Die Arbeiten am Turm laufen bisher planmäßig. Das Mauerwerk wurde 1648 bei einem Brand erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Bevor jedoch die Steinmetze anrücken konnten, mussten giftige Reste von Holzschutzmitteln beseitigt werden. Dies sei geschafft und seit einigen Tagen hätten die Arbeiten am Sandstein begonnen, berichtet der Pfarrer.

Der landeskirchliche Preis wird voraussichtlich im Sommer übergeben.